Dabei hat das Kegeln beim Radeberger SV durchaus eine lange und vor allem sehr erfolgreiche Tradition. So richtig los ging es dabei 1957, als an der Schillerstraße eine für damalige Verhältnisse hochmoderne Vier-Bahnen-Kegelhalle eingeweiht werden konnte. Zwei DDR-Meistertitel im Seniorenbereich stehen für Radeberg zu Buche, damals noch unter dem Dach der Betriebssportgemeinschaft Robotron. Die erste Männermannschaft schaffte es dabei später sogar bis in die DDR-Oberliga – das war immerhin die zweithöchste Liga des Landes, nach der sogenannten Sonderliga.

Die Radeberger Kegler gehörten also mit zu den Besten der DDR, so dass in Radeberg 1986 auch ein Länderspiel über die Bahn an der Schillerstraße im Süden der Bierstadt ging. Am 22. und 23. Februar 1986 trafen hier die DDR-Nationalmannschaft der Männer und der Frauen auf die Frauen- und die Männer-Mannschaft aus der CSSR, dem heutigen Tschechien. Zweimal setzte sich dabei die DDR durch.

Modernste Kegelbahn der DDR

Die Radeberger verfügten im Übrigen auch über eine der besten Bahnen des Landes. „Auch wenn wir da ein wenig Glück hatten“, erzählt RSV-Geschäftsführer Klaus Viecenz. Denn dass die Bahn 1983 mit einem neuen Kunststoff ausgekleidet und auch noch mit modernsten Aufstellanlagen für die Kegel ausgestattet werden konnte, „stand eigentlich nicht im Plan“. Und nach Plan musste es ja bekanntlich gehen in der DDR… „Aber der damalige Robotron-Betriebsdirektor Dr. Dieter Jordan half uns, er hatte ein großes Herz für den Sport, auch für die Kegler – und stellte kurzfristig Geld bereit“, freut sich Klaus Viecenz. Denn ein Verein aus Rostock hatte diese beiden modernen Aufstellanlagen bei einer ungarisch-schweizerischen Firma bestellt, konnte sie aber plötzlich nicht mehr bezahlen. Die Radeberger sprangen kurzfristig ein. Denn durch die Unterstützung von Robotron hatte Klaus Viecenz damals nach Rostock fahren können, um die Anlage zu kaufen.

Dass die Bahn noch immer in einem Topzustand ist, dafür sorgt zum Beispiel Gerhard Wuttke. Er ist Nachwuchsübungsleiter und kümmert sich auch um die Bahn. „Da kommt es zum Beispiel aufs richtige Bohnern und Polieren an“, weiß er. Und auch die Temperatur spielt eine wichtige Rolle. „Deshalb müssen wir schon frühzeitig vor einem Wettkampf für die passende Temperatur sorgen“, beschreibt Gerhard Wuttke, der für Tricks und Kniffe immer auch das Ohr an der Kegler-Masse hat. „Wenn wir bei anderen Vereinen sind, frage ich immer auch mal nach deren Tricks in Sachen Bahn“, verrät er.

Rund 60 aktive Kegler

Rund 60 aktive Kegler gibt es aktuell in der Abteilung. Drei Männermannschaften, zwei Frauenteams, eine Senioren- und eine Jugendmannschaft. In die Jugend, unterstreicht Gerhard Wuttke, setze man beim RSV große Hoffnungen. Aber ist denn Kegeln ein attraktiver Sport für Jugendliche? „Natürlich, sehr sogar“, ist der Nachwuchstrainer überzeugt. „Wer es einmal ausprobiert hat, merkt, dass Kegeln ein sehr harter und schöner Sport ist – unseren Jugendlichen macht es riesigen Spaß, und sie sind auch sehr ehrgeizig“, freut sich Gerhard Wuttke.

Und die Nachwuchs-Erfolge der Radeberger können sich dabei durchaus sehen lassen: Die A-Jugendmannschaft erzielte jüngst den dritten Platz in der Kreisliga, und mit Oliver Gärtner hat der RSV auch den amtierenden Junioren-Kreismeister in seinen Reihen.